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Potsdam, 02.11.2005
Im Zusammenhang mit der für morgen angekündigten Vorstellung der Ergebnisse des Bundesländer – Vergleichs 2003 durch das PISA- Konsortium (2. PISA- Test) erklärte GEW – Chef Günther Fuchs heute in Potsdam:
"Die vorliegenden differenzierten PISA – Ergebnisse dokumentieren die Widersprüchlichkeit der brandenburgischen Bildungspolitik. Zum Zeitpunkt der Untersuchung hatte Brandenburg noch ein Bildungssystem, welches im bundesweiten Vergleich deutlich mehr Chancengleichheit für Schülerinnen und Schüler eröffnet als in den anderen Bundesländern. Gleichzeitig ist das Leistungsniveau im nationalen und internationalen Vergleich unbefriedigend.
Die seit dem Zeitpunkt der Untersuchungen eingeleiteten strukturellen Reformen im Schulbereich stellen allerdings den Standortvorteil Brandenburgs in Beziehung auf die Chancengleichheit in Frage. Gleichzeitig dokumentieren die unbefriedigenden Lernleistungen das Fehlen von Förder- und Unterstützungssystemen für die Schülerinnen und Schüler im Schulbereich unseres Landes.
Ohne eine deutliche Ausweitung der Förderangebote in den Schulen, die Erhöhung der Vertretungsreserve zur Vermeidung von Unterrichtsausfall und die Bereitstellung zusätzlicher Mittel für die Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer werden die notwendigen Impulse für eine Qualitätsentwicklung nicht eintreten.
Das schlechte Abschneiden Brandenburgs im nationalen Vergleich wird ergänzt durch die inakzeptable finanzielle Ausstattung des Bildungsbereiches. Brandenburg ist im Schulbereich faktisch Schlusslicht in den Bildungsausgaben. Kein anderes Bundesland gibt zur Zeit weniger Geld für die Bildung und Erziehung pro Schüler aus als Brandenburg. Die Regierungskoalition hat für die strukturellen und finanziellen Herausforderungen im Schulbereich keine befriedigenden Lösungen und Antworten gefunden. Das Gegenteil ist der Fall! Es ist zu befürchten, dass der aktuelle Politikansatz der Regierungskoalition die vorhandenen Probleme verschärfen wird und in den kommenden Jahren Brandenburg Gefahr läuft, dauerhaft den Anschluss an die nationale und internationale Entwicklung im Bildungsbereich zu verlieren.
Aus unserer Sicht muss zukünftig eine Bildungspolitik entwickelt werden, die einerseits die unverzichtbaren inhaltlichen und methodischen Reformen und die notwendigen strukturellen Veränderungen zusammenführt und andererseits durch die uneingeschränkte Bereitstellung der Ressourcen auch absichert. Von den Siegern im internationalen Vergleich zu lernen bedeutet: Chancengleichheit, individuelle Förderung und Leistungsorientierung sind keine Gegensätze, sondern gehören in modernen und zukunftsfähigen Bildungssystemen zusammen!"
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