PM: Bran­den­bur­gi­sche Stu­die­ren­den­ver­tre­tung und Bil­dungs­ge­werk­schaft kri­ti­sie­ren Geset­zes­ent­wurf zur Dere­gu­lie­rung des Hoch­schul­sys­tems


P R E S S E M I T T E I L U N G

Pots­dam, 31.3.2026

Wie die Lan­des­re­gie­rung heu­te bekannt gab, hat sich das Kabi­nett auf eine Reform des Hoch­schul­rechts ver­stän­digt. Durch das geplan­te „Gesetz zur Stär­kung der inter­na­tio­na­len Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Bran­den­bur­gi­schen Hoch­schul­sys­tems“ sol­len das Berufungs- und Hoch­schul­zu­gangs­recht dere­gu­liert wer­den, außer­dem wer­den Son­der­re­ge­lun­gen für privat-finanzierte Orga­ni­sa­ti­ons­ein­hei­ten inner­halb der öffent­li­chen Hoch­schu­len fest­ge­schrie­ben. Die Bran­den­bur­gi­sche Stu­die­ren­den­ver­tre­tung (BRANDSTUVE) und die Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) Bran­den­burg kri­ti­sie­ren die­se Plä­ne.

Der Geset­zes­ent­wurf setzt um, was in der „Task Force Brau­haus­berg“ zwi­schen der Staats­kanz­lei, der Hasso-Plattner-Stiftung und der Uni­ver­si­tät Pots­dam ver­ein­bart und bereits in der Absichts­er­klä­rung vom ver­gan­ge­nen Juni ange­kün­digt wur­de: Im Gegen­zug für das finan­zi­el­le Enga­ge­ment der Stif­tung für den Aus­bau der Uni­ver­si­tät Pots­dam und der Erwei­te­rung des Hasso-Plattner-Instituts soll die­sem ein „Höchst­maß an Auto­no­mie in aka­de­mi­schen Belan­gen“ zuge­stan­den wer­den.

Privat-finanzierte Hoch­schul­ein­rich­tun­gen (wie die in Pots­dam gemein­sam getra­ge­ne Digi­tal Engi­nee­ring Fakul­tät) kön­nen fort­an eige­ne Beru­fungs­ord­nun­gen ein­füh­ren, ihren Dekan:innen wer­den prä­si­dia­le Befug­nis­se zuge­spro­chen und gesetz­li­che Vor­ab­quo­ten bei der Zulas­sung neu­er Stu­die­ren­der wer­den für die­se Ein­rich­tun­gen hal­biert.

Wei­te­re ein­schnei­den­de Ände­run­gen wer­den auf das gesam­te Hoch­schul­sys­tem Bran­den­burgs ange­wen­det. So wer­den die Befug­nis­se der Hochschulpräsident:innen auf Kos­ten der aka­de­mi­schen Sena­te gestärkt und War­te­se­mes­ter für Stu­die­ren­de lan­des­weit abge­schafft.

„Die­ser Ent­wurf ist eine Blau­pau­se für Pri­va­ti­sie­rung im Hoch­schul­sys­tem“, meint Lukas Doil, Lei­ter der Lan­des­fach­grup­pe Hoch­schu­le und For­schung der GEW Bran­den­burg. „Es kann nicht im Sin­ne der öffent­li­chen Insti­tu­ti­on Hoch­schu­le sein, wenn durch Son­der­re­ge­lun­gen Uni­ver­si­tä­ten in der Uni­ver­si­tät geschaf­fen wer­den, die der Selbst­ver­wal­tung und der betrieb­li­chen Mit­be­stim­mung ent­zo­gen sind. Von der Ände­rung der Beru­fungs­re­ge­lun­gen pro­fi­tie­ren ein­sei­tig die Prä­si­di­en der Hoch­schu­len, obwohl Beru­fun­gen von Professor:innen eigent­lich in beson­de­rer Wei­se der aka­de­mi­schen Mit­spra­che und der Trans­pa­renz bedür­fen.“

Si Yaki A Jung, Vor­sitz der BRANDSTUVE kri­ti­siert: „Die lan­des­wei­te Abschaf­fung von War­te­se­mes­tern trifft Stu­die­ren­den­in­ter­es­sier­te, die mate­ri­ell oder sozi­al benach­tei­ligt sind, Care-Arbeit leis­ten oder bereits berufs­tä­tig sind. Durch Aus­wahl­ver­fah­ren soll der Hoch­schul­zu­gang noch kom­pe­ti­ti­ver wer­den. Die­ser Ent­wurf spielt „Wett­be­werbs­fä­hig­keit“ gegen sozia­le Teil­ha­be und Inklu­si­on aus!“

BRANDSTUVE und GEW for­dern wei­ter­hin den Aus­bau stu­den­ti­scher Mit­spra­che und Mit­be­stim­mung durch die Beschäf­tig­ten, statt über deren Köp­fe hin­weg Befug­nis­se in den Hoch­schul­lei­tun­gen zu bün­deln. Den par­la­men­ta­ri­schen Gesetz­ge­bungs­pro­zess wer­den wir – auch im Rah­men unse­rer Anhörungs- und Betei­li­gungs­s­rech­te – kri­tisch wei­ter­be­glei­ten.

Die Bran­den­bur­gi­sche Stu­die­ren­den­ver­tre­tung (BRANDSTUVE) ist die gesetz­lich ver­an­ker­te Lan­des­ver­tre­tung der Stu­die­ren­den­schaf­ten. Sie ver­tritt die ca. 50.000 Stu­die­ren­den des Lan­des.

Die Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) Bran­den­burg ver­tritt über 8.000 Stu­die­ren­de, Pädagog*innen und Wissenschaftler*innen und ist die Bil­dungs­ge­werk­schaft im deut­schen Gewerk­schafts­bund (DGB).

Für Rück­fra­gen:

Lukas Doil

0160 92136178

huf@gew-brandenburg.de