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Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der detaillierten Ergebnisse der letzten internationalen Bildungsstudie fordert die GEW Brandenburg die Landesregierung auf, Konsequenzen aus dem erneuten schlechten Abschneiden Brandenburgs zu ziehen, die notwendigen Reformen gemeinsam mit allen Beteiligten im Bildungsbereich zu beraten und gemeinsam durchzusetzen.
GEW – Chef Fuchs erklärte heute in Potsdam:
"Die veröffentlichten differenzierten PISA–Ergebnisse dokumentieren, dass die bisher eingeleiteten Veränderungen im Bildungsbereich nicht ausreichen, um die vorhandenen Defizite auszugleichen. Die Ergebnisse im Vergleich der Bundesländer in der Lesekompetenz, der naturwissenschaftlichen Kompetenz, der mathematischen Kompetenz und der Problemlösungskompetenz sind besorgniserregend.
Weder haben die bisher eingeleiteten Reformen dazu geführt, sicher zu stellen, dass Brandenburg Anschluss an den bundesweiten Durchschnitt erreicht, noch werden sie mittel- und langfristig dazu führen, die vorhandenen Defizite zu überwinden und international wettbewerbsfähig zu werden. Da es sich bei den untersuchten Kompetenzen um wichtige Schlüsselqualifikationen handelt, ist davon auszugehen, dass bei einem Fortbestehen dieser Defizite dies auch zu einem Standortnachteil und somit sich negativ für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes Brandenburg auswirken wird.
Das schlechte Abschneiden der Brandenburger Schülerinnen und Schüler einerseits und die demographischen Probleme des Landes sowie die Abwanderung junger Menschen andererseits sind eine tickende Zeitbombe für die Entwicklung unseres Landes, die die Regierungskoalition durch Aktionismus und Widersprüchlichkeiten in der Bildungspolitik verdrängen will. Zur Zeit verfügt die Regierungskoalition über keine wirksame Gegenstrategie.
Aus Sicht der GEW sind Sofortmaßnahmen notwendig und gleichzeitig die Entwicklung einer langfristigen Konzeption für den Bildungsbereich. Diese Maßnahmen müssen aufeinander abgestimmt sein und dürfen nicht durch das ideologische Parteiengezänk geprägt werden. Die Konzeption muss auch den vorschulischen Bereich einbeziehen.
Zu den Sofortmaßnahmen gehören u.a. die Sicherstellung und deutliche Ausweitung der Förderangebote in den Schulen für alle Schülerinnen und Schüler, die Vermeidung von Unterrichtsausfall durch eine Erhöhung der Vertretungsreserve und die Bereitstellung zusätzlicher Mittel für die Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer. Gleichzeitig benötigen die Lehrkräfte mehr Zeit für diagnostische Tätigkeiten im Zusammenhang mit der individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler und die Schulen Unterstützungssysteme für die Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung. Mittel- und langfristig muss das Land Brandenburg ein Bildungssystem entwickeln, welches Chancengleichheit, individuelle Förderung und Leistungsorientierung nicht als Gegensätze versteht, sondern als tragende Säulen eines modernen und zukunftsfähigen Bildungssystems inhaltlich ausgestaltet. Gleichzeitig muss Brandenburg die inakzeptable finanzielle Ausstattung des Bildungsbereiches überwinden. Brandenburg ist im Schulbereich faktisch Schlusslicht in den Bildungsausgaben. Kein anderes Bundesland gibt zur Zeit weniger Geld für die Bildung und Erziehung pro Schüler aus als Brandenburg. Wer zukünftig in der nationalen und internationalen Spitze mitspielen will, muss die dafür notwendigen Ressourcen heute zur Verfügung stellen."
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